Haftpflichtversicherung

Für Schäden, die Sie (oder auch Ihr Kind, Ihr Hund, Ihr Pferd ...) bei fremden Personen anrichten, müssen Sie unter Umständen viele Tausend Euro bezahlen, da Sie nach dem Gesetz zum Schadenersatz verpflichtet sind. Haftpflicht ist also die Verpflichtung zum Schadenersatz. Sie haften für Schäden bei Dritten mit Ihrem derzeitigen und zukünftigen Vermögen und - bis zur Pfändungsgrenze - auch mit Ihrem Einkommen. Ein Haftungsanspruch besteht bis der finanzielle Schaden, den Sie angerichtet haben, vollständig ersetzt ist. Die Haftpflichtversicherungen zählen somit zu den wichtigsten Versicherungen.

Es gibt keine Haftpflichtversicherung, die alle denkbaren Haftpflichtschäden  deckt, sondern es gibt diese Versicherungsart für viele Bereiche in den verschiedensten Formen - für Fahrzeughalter,  Betriebe (Betriebsangehörige sind mitversichert), Familien (Privathaftpflicht), Tiere (Hunde, Pferde), Surfbretter, Boote, Haus- und Grundbesitz, Öltanks, Bauherren, Jäger ...

Haftpflichtversicherungen sind auch eine Art Rechtsschutzversicherung, denn sie übernehmen ebenfalls die Abwehr unberechtigter Ansprüche. Hierzu möchten wir Ihnen ein Beispiel aufzeigen, welches häufig vorkommt und bei den Versicherten immer wieder auf Unverständnis stößt: Wenn Kinder unter sieben Jahren einen Schaden anrichten, zahlt die Privathaftpflichtversicherung in aller Regel nicht. Die Kinder können nach dem Gesetz nicht haftpflichtig gemacht werden. Außerdem trifft die Eltern meistens auch keine Aufsichtspflichtverletzung. Also besteht keine Haftung und damit gibt es keine Zahlung aus einer Haftpflichtversicherung. Seit dem 01.08.2002 sind Kinder für Schäden, die sie einem anderen bei einem Unfall im Straßenverkehr durch Fahrlässigkeit zufügen, sogar erst ab Vollendung des zehnten Lebensjahres verantwortlich. Wenn also ein neunjähriger Junge seinem Ball nachläuft und dadurch einen Autounfall verursacht, ist er für den Schaden, den der Autofahrer zum Beispiel an seinem Auto erleidet, nicht haftbar zu machen. Die Haftpflichtversicherung muss folglich auch nicht zahlen. Die Haftpflichtversicherung übernimmt jedoch die Abwehr der unberechtigten Ansprüche gegen die Kinder oder deren Eltern. Die Geschädigten gehen leer aus (so wollen es Gesetz und Rechtsprechung).

Mitversichert sind in der Regel der Ehepartner und die Kinder, solange Letztere noch keine Berufsausbildung abgeschlossen haben und noch nicht verheiratet sind. Auch der Partner, mit dem der Versicherungsnehmer in eheähnlicher Lebensgemeinschaft lebt, kann normalerweise kostenlos mitversichert werden. Hierfür ist jedoch meist ein ausdrücklicher Antrag und ein Vermerk in der Versicherungspolice nötig.

Verantwortlich: Arne Kauffmann - Zuletzt aktualisiert: 9. August 2011