Studentenwohnheim Dr. Carl-Duisberg-Haus: Wiedereröffnung pünktlich zum Semesterstart

Thursday, 29. September 2011

Mit vielen geladenen Gästen, darunter auch die Ministerialdirigentin des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Irene Bauerfeind-Roßmann, der Vizepräsident der Philipps-Universität Marburg Prof. Dr. Harald Lachnit und Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle, feierte das Studentenwerk Marburg die Fertigstellung der Arbeiten am Dr. Carl-Duisberg-Haus.

In Rekordzeit wurde das Studentenwohnheim Dr. Carl-Duisberg-Haus rundum renoviert, saniert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht - seinen charakteristischen, ursprünglichen Charme hat sich das 1894 direkt am Marburger Schloss erbaute Haus dabei aber erhalten. Jetzt steht das Wohnheim pünktlich zum Beginn des Wintersemesters mit 97 Einzelzimmern und fünf Einzelappartements seinen Bewohnern wieder zur Verfügung. Die Fertigstellung der Arbeiten wurde heute mit vielen geladenen Gästen, Bewohnern und den am Bau Beteiligten gefeiert.

Notwendig wurde die Totalsanierung, da sich im Laufe der Zeit Teile des am Hang gelegenen Hauses gesetzt hatten. Dadurch entstanden Schäden am gesamten Gebäude. Und „total“ war diese Sanierung im wahrsten Sinne des Wortes: „Nach der Demontage der Heizungs-, Sanitär-, und Elektroinstallationen, dem Abbruch von Wänden im Untergeschoss und den Abrissarbeiten auf beiden Dächern stand praktisch nur noch der Rohbau“, erklärt Hans-Peter Hardt, Abteilungsleiter „Studentisches Wohnen“ beim Studentenwerk Marburg. Dem Abriss folgte der etagenweise Wiederaufbau. Im Verlauf der Arbeiten mussten die Fundamente des Hauses gesichert werden, Asbestsanierungen standen an, die Schiefereindeckung des Daches wurde erneuert, ebenso die komplette Haustechnik. Ein neuer Zugang über einen Steg vom Gisonenweg wurde angelegt und der mittlere Gebäudeteil so aufgestockt, dass rund 300 Quadratmeter Wohnfläche zusätzlich entstanden.

Auch die Energiebilanz des Hauses hat sich deutlich verbessert: Der Primärenergieverbrauch wurde um über 80% reduziert. Einerseits bedingt durch die Dämmung der Außenfassade und des Daches sowie dreifach verglaste Fenster und Eingangstüren, zum anderen durch ein neues Heizungssystem mit Gas-Brennwerttechnik. Dieses wird unterstützt von der neu installierten solarthermischen Anlage, die mit 78 Quadratmetern Kollektorfläche die bislang größte dieser Art in Marburg ist. Im Zuge der Sanierung sind jeweils zwei zusätzliche Bäder je Etagen entstanden und alle Zimmer mit Internet-, Fernseh- und Telefonanschluss ausgestattet worden. Die Kosten für das Gesamtprojekt betragen insgesamt rund vier Millionen Euro.

All das bewerkstelligte das Bauteam zwischen Juli 2010 und September 2011 immer in Hinblick darauf, das Haus pünktlich zum Start des Wintersemesters bezugsfertig werden zu lassen. „Dieser Sanierungskraftakt ist nur gelungen durch das Zusammenspiel aller beteiligten Firmen und der Verzahnung der entsprechenden Gewerke. Lassen Sie mich deshalb an dieser Stelle allen beteiligten Firmen für ihre Arbeit und die termingerechte Fertigstellung danken“, sagte Dr. Uwe Grebe, Geschäftsführer des Studentenwerks Marburg in seinem Grußwort zur heutigen Fertigstellungsfeier. Und weiter: „Vielleicht liegt ein Grund des Erfolges darin, dass wir – natürlich unter den Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Realisierbarkeit – auch in diesem Projekt wieder auf die Leistung vieler einheimischer Handwerksfirmen vertraut haben.“

Die alte Villa ist jetzt ein hochmodernes Haus, das bereits auf eine 84-jährige "Karriere" als Studentenwohnheim zurückblicken kann: 1927 stiftete Dr. Carl Duisberg, Chemiker und Aufsichtsratsvorsitzender der IG-Farbenindustrie, anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Philipps-Universität das frühere Schellenbergsche Anwesen dem Verein „Studentenheime e.V.“, Vorläufer des heutigen Marburger Studentenwerks. In den Jahren 1952/53 wurde das Haus umgebaut und durch den Bau des Mitteltraktes erweitert. Sechs Jahre später, 1959, wurde das Dr. Carl-Duisberg-Haus durch einen Anbau um 59 Bettplätze wiederum vergrößert.

 Mit der aktuellen Sanierung stehen nun zum kommenden Semester insgesamt 102 zusätzliche Wohnheimplätze  zur Verfügung, und das gerade zur rechten Zeit und zu sozial verträglichen Preisen: Aktuell sind wegen der doppelten Abiturjahrgänge und dem Wegfall des Wehrdienstes mehr Studierende auf der Suche nach günstigem Wohnraum als in den Vorjahren. Die Gesamtmiete inklusive aller Nebenkosten beträgt pro Einzelzimmer je nach Größe zwischen 170 und 301 Euro zuzüglich fünf Euro Internetgebühr.

Kontakt: Franziska Busch, Öffentlichkeitsarbeit (06421/296-113)