Antrag

Um Leistungen nach dem BAföG zu erhalten, ist es erforderlich, dass Sie einen Antrag stellen. Ausbildungsförderung wird nicht rückwirkend vor dem Antragsmonat geleistet. Antragsformulare (sog. Formblätter) gibt es beim Studentenwerk vor Ort, als Download unter Formulare sowie als Online-Antrag. Ein Erstantrag sollte wegen der erforderlichen Bearbeitungszeit gleich nach der Immatrikulation gestellt werden.

Folgeanträge sind jeweils in der Regel einmal jährlich zu stellen. Diese sollten, um Zahlungsunterbrechungen zu vermeiden, zwei bis drei Monate vor dem Ende des laufenden Bewilligungszeitraums eingereicht werden.

Wenn Sie beim Ausfüllen der Formulare Fragen haben, helfen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung für Ausbildungsförderung im Studentenwerk selbstverständlich gerne weiter.

Welche Formulare werden benötigt?

Formblatt 1

Antrag mit Angaben zur Person sowie zum eigenen Einkommen und Vermögen

Anlage 1 zum Formblatt 1

Lebenslauf, der nur beim ersten Antrag und nach einer Ausbildungsunterbrechung benötigt wird

Anlage 2 zum Formblatt 1

Kinderbetreuungszuschlag (nur wenn bereits eigene Kinder vorhanden sind)

Formblatt 2

nur für ein Praktikum einzureichen - wird sonst durch die von der EDV erstellte Studienbescheinigung "nach § 9 BAföG" ersetzt

Formblatt 3

persönliche und Einkommensangaben eines Ehegatten und jeden Elternteils -  wird für jede Person mit eigenem Einkommen benötigt

Formblatt 4

benötigen nur ausländische Antragsteller

Formblatt 5

Leistungsnachweis, der nur einmalig zum 5. Fachsemester benötigt wird (es sei denn spätere erstmalige Antragstellung)

Formblatt 6

nur für ein Auslandsstudium

Formblatt 7

Aktualisierungsantrag (nur wenn das gegenüber dem Einkommen im vorletzten Kalenderjahr aktuell wesentlich niedrigere Einkommen angerechnet werden soll)

Formblatt 8

Vorausleistungsantrag, wenn die Eltern den angerechneten Einkommensbetrag nicht als Unterhalt leisten

Mietbescheinigung

Mietverhältnis ist vom Vermieter zu bestätigen

Zusatzblatt zum Formblatt 1

Erklärung hinsichtlich eigenen Vermögens

 

Benötigt werden für einen Erstantrag somit im Regelfall das Formblatt 1, die Anlage 1 dazu, die maschinelle Studienbescheinigung „BAföG“ sowie das Formblatt 3 für jedes Elternteil (bei eigenem Einkommen eines jeden Elternteils) und der Steuerbescheid der Eltern des vorletzten Kalenderjahres. Welche weiteren Nachweise evtl. vorzulegen sind, ist den jeweiligen Formblättern zu entnehmen bzw. wird Ihnen im Rahmen der Bearbeitung individuell mitgeteilt.

BAföG-Antrag online stellen - neu: auch mit eID-Funktion!

Unter www.bafög-hessen.de kann ein Antrag auf Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) hessenweit online - neu: auch mit eID-Funktion - gestellt werden.

Der Antrag wird während der Eingabe und am Ende auf Plausibilität geprüft. Es gibt Hilfestellungen bei der Eingabe, um Fehler zu vermeiden und eine schnelle Bearbeitung durch das zuständige Amt für Ausbildungsförderung zu ermöglichen.

Sind die Eingaben vollständig und plausibel, wird der Antrag als PDF-Datei erstellt, mit einer Tele-Nummer versehen und übertragen.

Bei Antragstellung ohne elektronischem Identitätsnachweis (Online-Übermittlung)

müssen Sie den PDF-Antrag mit Tele-Nummer ausdrucken und unterschrieben an das zuständige Amt für Ausbildungsförderung schicken.

Wichtig: Erst wenn der unterschriebene Papier-Antrag bei Ihrem zuständigen Amt für Ausbildungsförderung eingeht, sind die Leistungen beantragt. Das Datum des Posteinganges gilt als Antragsdatum.

Bei Antragstellung mit elektronischem Identitätsnachweis (neuer Personalausweis/elektronischer Aufenthaltstitel - eID-Funktion)

erfolgt die Authentisierung elektronisch, so dass Sie den Antrag nicht mehr ausdrucken und unterschreiben müssen. Sie haben jedoch die Möglichkeit, sich den übermittelten Antrag als PDF herunterzuladen. Den ausgedruckten Antrag brauchen Sie nicht zusätzlich beim Amt einreichen.

Das Datum der erfolgreichen Übertragung gilt als Antragsdatum.

Bedarf

Die höchstmögliche monatliche BAföG-Förderung beträgt ab dem SS 2009 :

  • 597,00 € für Studenten, die nicht bei den Eltern wohnen,
    (im gesetzlichen Bedarfssatz (Grundbedarf) von 597,00 € sind für die Unterkunftskosten 224,00 € enthalten)
  • 62,00 € maximal als Krankenkassenzuschuss bei selbstversicherten Studenten
  • 11,00 € als Pflegeversicherungszuschlag bei selbstbeitragspflichtigen Studenten
  • 670,00 € insgesamt monatlich

Ob eine Förderung bewilligt wird, richtet sich u. a. nach der Bedürftigkeit. Hierfür maßgebend ist in erster Linie das Einkommen der Eltern und/oder des Ehegatten. Vom Einkommen werden folgende Freibeträge gewährt:

  • für die Eltern 1.605,00 € mtl.
  • für den alleinstehenden Elternteil 1.070,00 € mtl.
  • für den Ehegatten des Antragstellers 1.070,00 € mtl.
  • für Kinder (Geschwister), wenn sie in nicht förderungsfähiger Ausbildung  stehen 485,00 € mtl.*
  • für weitere dem Einkommensbezieher gegenüber nach dem bürgerlichen Recht Unterhaltsberechtigte um je (z.B. Großmutter der/s Auszubildenden) 485,00 € mtl.*
  • für den nicht in Eltern-Kind-Beziehung zum Auszubildenden stehenden Ehegatten des Einkommensbeziehers (Stiefelternteil) - wenn nicht in förderungsfähiger Ausbildung - 535,00 € mtl.*

* Die Freibeträge mindern sich ggf. um das Einkommen des Ehegatten, Kindes oder des sonstigen Unterhaltsberechtigten.

Das diese Freibeträge übersteigende Nettoeinkommen bleibt anrechnungsfrei

1. zu 50 vom Hundert und 2. zu 5 vom Hundert für jedes Kind, für das ein Freibetrag gewährt wird.

Förderungsart

Ausbildungsförderung wird in der Regel zu 50 % als Zuschuss und zu 50 % als unverzinsliches Darlehen geleistet. Soweit sich das Studium durch eine Behinderung, eine Schwangerschaft oder Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu zehn Jahren verzögert hat, wird Ausbildungsförderung über die Förderungshöchstdauer hinaus zu 100 % als Zuschuss geleistet.

In einigen Ausnahmefällen erfolgt eine Förderung in Form eines verzinslichen Bankdarlehens (vgl. Info 5).

Auslandsstudium

Ob Sie für ein Studium im Ausland Ausbildungsförderung erhalten können, erfahren Sie ebenfalls im Amt für Ausbildungsförderung (Auslandsförderung). Auch hier gilt im Zweifel: Fragen kostet nichts.

Altersgrenze

Grundsätzlich wird Ausbildungsförderung nur geleistet, wenn der Auszubildende bei Beginn des Ausbildungsabschnitts, für den er Ausbildungsförderung beantragt, das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Auch hiervon gibt es jedoch zahlreiche Ausnahmen.

Förderungshöchstdauer

Grundsätzlich wird Ausbildungsförderung nur im Rahmen der vom Gesetzgeber festgelegten Förderungshöchstdauer geleistet. Wie so oft gilt auch hier:

Keine Regel ohne Ausnahme. (Stichwort: Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus nach § 15 Abs. 3 BAföG).

Leistungsnachweis

Ausbildungsförderung wird während der ersten vier Semester grundsätzlich ohne Kontrolle der Studienfortschritte bewilligt. Nach dem 4. Semester ist ein Leistungsnachweis vorzulegen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Antrag auf spätere Vorlage des Leistungsnachweises gestellt werden (bitte vorher informieren).

Rückzahlung des Darlehens

Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer. Die monatliche Mindestrate beträgt 105,00 €, wenn das Einkommen 1.040,00 € übersteigt. Weitere Freibeträge werden für den Ehegatten und Kinder des Darlehensnehmers gewährt. Die Laufzeit des BAföG-Darlehens kann 30 Jahre und mehr betragen.

Eltern und Ehegatten sind zur Rückzahlung der Darlehen nicht verpflichtet. Das Darlehen wird zentral vom Bundesverwaltungsamt in Köln eingezogen. Für Ausbildungsabschnitte, die nach dem 28.02.2001 beginnen, wird das Darlehen auf maximal 10.000,00 € begrenzt.

Teilerlass

Ein Teilerlass des Darlehens ist möglich,

wenn das Darlehen vorzeitig getilgt wird, für jeden Monat, in dem das Einkommen des Darlehensnehmers bestimmte Freibeträge nicht übersteigt und in dem er wegen der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu 10 Jahren nicht mehr als zehn Stunden wöchentlich erwerbstätig ist.

Weitere Auskünfte

... erteilt ihr BAföG-Amt im Studentenwerk Marburg während der Sprechzeiten des Amtes für Ausbildungsförderung :

Montag und Mittwoch: 12.00 - 15.30 Uhr
Freitag : 11.00 - 13.00 Uhr

im Ostflügel des Studentenhauses, Erlenring 5, 35037 Marburg oder

per E-mail unter: Bafoeg@studentenwerk-marburg.de

Telefonische Auskünfte (unverbindlich) unter der Nummer: +49(0)6421 / 296-0

Verantwortlich: Karin Schulze - Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2015