Initiative zur Förderung interkultureller Kommunikation Studen­tendorf (IFIKS e.V).

Bei Gründung der Initiative zur Förderung interkultureller Kommunikation Studentendorf (IFIKS e.V.) im Jahr 2001 ließ die soziale Betreuung und Integration der ausländischen Studierenden  in Marburg reichlich Wünsche offen bzw. war nicht vorhanden. Nicht zuletzt durch die Förderung der Projekte von IFIKS e.V. über das STIBET-Programm des DAAD sind diesbezüglich große Fortschritte erzielt worden.

 „Betreuung und Integration über das aktive Mitgestalten des Lebens- und Freizeitumfelds am Studienort  - Von Studierende für Studierende“

KIKK-Zentrum und KIKK-Points

KIKK steht für:
KONTAKT -INTEGRATION -KOMMUNIKATION -KULTURAUSTAUSCH.

Der Name verkörpert die Ziel- und Zweckbestimmung der Einrichtungen:

Die vier genannten zwischenmenschlichen Interaktionen mit dem „richtigen Kick“ ins Rollen bringen und damit weitere, bedeutende Wirkungen und Potentiale - wie sozio- und interkulturelles Lernen verschiedenster Art und Weise - freisetzen.

Das KIKK-Zentrum richtet sich mit Veranstaltungen und Freizeitangeboten an alle Studierende, ausländische wie inländische, und punktuell an nicht studentische Marburger BürgerInnen.
Die KIKK-Points richten sich an die jeweiligen BewohnerInnen im Umfeld, mit einem Schwerpunkt auf ausländische Studierende. Weitere bedeutende integrative Funktionen liegen bei den Flur- und Hausgemeinschaften.
Die gesammelten Erfahrungen zeigten, dass Beratung, Betreuung und Integration im sozialen und kulturellen Umfeld aus den Treffpunkten und den dazu gehörigen Angeboten heraus funktionieren. Dies wurde von den Zielgruppen fundiert: In der gelockerten, familiären Atmosphäre seien sie wesentlich eher und häufiger bereit, Fragen zu stellen, Probleme vorzubringen oder Konfliktsituationen zu besprechen. Die Lösung erfolgt(e) vor Ort oder im Anschluss des Gesprächs mit Anwesenden, Tutoren oder den jeweils relevanten Anlaufstellen in der Universitätsstadt Marburg. Sprechstunden und ähnliches seien zu bürokratisch anmutend bzw. die konkreten Fragen und Probleme werden – meist fälschlich - als unpassend bzw. irrelevant für einen offiziellen Rahmen eingeschätzt. Hier spielen kulturelle Herkunft und Sozialisation eine sehr bedeutende Rolle. Bei eiligen Fragen wird zeitgemäß auf Kommunikationsformen via Internet zurückgegriffen. Feste Sprechstunden werden auch zukünftig zeckspezifisch unerlässlich sein, aber der Schlüssel zum Erfolg sind kommunikative Treffpunkte mit integrativem Charakter nahe am Lebensumfeld. Tutoren ohne diese Infrastruktur sind in ihrem Aktionsrahmen begrenzt.
Die Angebote der zentralen Treffpunkte im Studentendorf werden bereits von Studierenden, insbesondere den ausländischen, aus dem gesamten Einzugsbereich der Stadt Marburg besucht und dabei beratende, betreuende und integrative Funktionen mit erfüllt. Aufgrund der räumlichen Entfernung war und ist aber Konstanz und Effektivität nicht gleichermaßen für alle gewährleistet.

KIKK -Zentrum
Rund 25 % der hiesigen ausländischen Studierenden wohnen im Studentendorf und den angrenzenden Wohnheimen, was die Ortswahl für unser Zentrum jeher erklärt.

Übergeordnete Ziele und Zwecke sind:

  • Forcierung interkultureller Begegnungen und interkulturellen Austauschs
  • Aktive, mitgestaltende Integration, besonders der ausländischen Studierenden in Marburg
  • Kontaktaufnahme, und -erhalt zwischen ausländischen und deutschen Studierenden sowie nicht studentischen Marburger BürgerInnen
  • Schaffen eines kommunikativen Wohn-, Lebens- und Freizeitumfelds
  • Schaffen einer Infrastruktur für die interkultureller und kommunikativer Ziele anderer Akteure
  • Vermittlung der Vorzüge von Gemeinschaftlichkeit und Zusammenhalt ungeachtet sozialer und/oder kultureller Herkunft
  • Soziokultureller Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Studienstandorts Marburg im Rahmen der Internationalisierung der Philipps-Universität
  • Herausbildung von Toleranz, Verantwortungsbewusstsein sowie (Inter)Kultur- und Sozialkompetenz bei einer möglichst großen Anzahl von Personen, die als Multiplikatoren ihre erworbenen Kompetenzen völkerverständigend weitergeben
  • Dazu beitragen, dass Studierende aus dem Studium Offenheit und Aufgeschlossenheit für Europa und die Vielfalt der Kulturen in die Arbeits- und Lebenswirklichkeit mitbringen.


Wegbereitend hierfür sind - neben anderen Aktivitäten der Initiative - folgende von IFIKS e.V. in Gemeinschaftsleistung mit Kooperationspartnern und Studierenden geschaffenen
Angebote des KIKK-Zentrums:

  • länder-  und deutschlandkundliche Beiträge, Kulturveranstaltungen mit Tanz, Musik etc. 
  • Filmabende und Filmreihen
  • Kulturveranstaltungen mit Tanz, Musik und weiterem
  • Spieleabende , Turniere, Tanzkurse, Sportangebote etc.
  • Gemeinschaftsräume für Musik, TV, Video, Arbeitsgruppen…


KIKK -Points
Diese dezentralen Treffpunkte übernehmen vorwiegend folgende Funktionen:

  • Kontaktaufnahme und Kontakterhalt
  • Betreuung, Beratung und Integration vor Ort
  • Kommunikative Anlässe
  • Interkultureller Austausch
  • Förderung der Sozial-, Kultur- und Fremdsprachenkompetenz
  • Informationsvermittlung zu verschiedensten Themen
  • Den ausländischen Studierenden mittels Integration, Betreuung und Beratung im Wohn- und Lebensraum Marburg einen erfolgreichen und erfahrungsreichen Aufenthalt ermöglichen
  • speziell Richtsberg 88: Integration und interkultureller Austausch der Familien und deren Kinder.


Es ergibt sich folgende Struktur hinsichtlich der räumlichen Zuständigkeitsbereiche der KIKK-Points / des KIKK-Zentrums:
 
Ein weiterer KIKK-Point ist im Studentenhaus am Erlenring im Zentrum der Stadt geplant. Ein solcher wird zur Zeit projektiert. Denkbar ist ein gezieltes Ansprechen ausländischer Studierender durch eine Erweiterung der bereits erheblich verbesserten Veranstaltungs- und Informationsangebote des Studentenwerks im Umfeld des Studentenhauses (Mensa - Stadt) durch das Engagement des zuständigen Mitarbeiters Martin Baumgarten.
Gemäß den bekannten Grundsätzen von IFIKS e.V. sind alle Leistungen und Angebote gemeinschaftlich zu realisieren, was bedeutet: Studierende und nicht Studierende jeder Herkunft gestalten ein konstruktiv integratives und kommunikatives Angebot zum sozialen Kulturaustausch, von dem alle Interessierte profitieren.
Beispielhaft genannte, zusätzliche Effekte bei deutschen Studierenden: 

  • Knüpfen von Auslandskontakten mit bleibendem Charakter für den zukünftigen Studien-, Arbeits- ¬und Lebensweg
  • Motivation deutscher Studierender für das Erlernen von Fremdsprachen sowie die Teilnahme an Austauschprogrammen mittels freundschaftlicher bzw. wissenschaftlicher Kontakte zu ausländischen Studierenden


Aufbau, Etablierung und Weiterentwicklung der neuen wie bestehenden KIKK-Points, Organisation von Veranstaltungen und Freizeitangeboten im KIKK-Zentrum in Zusammenarbeit mit den Studierenden und relevanten Akteuren, das werden die zentralen Aufgaben von IFIKS e.V. und den zugehörigen Tutoren in den kommenden Jahren sein.
Ziel ist es, ein Netzwerk aufzubauen, welches sich über den Förderzeitraum hinaus weitgehend eigenständig mit Unterstützung der lokalen Strukturen trägt.
Ebenso wirkungsvoll von IFIKS e.V. und den Tutoren zu bearbeiten sind folgende 

„kulturelle und soziale Baustellen“  und Sonderprojekte:

  • Stärkung der Flur-und Hausgemeinschaften: Diese erfüllen zentrale integrative und betreuende Aufgaben direkt im Alltag. IFIKS e.V. konnte bereits einige dieser begründen und stärken. Wo diese althergebrachte Selbstverwaltung noch nicht wiedererweckt ist, soll diese aktiviert werden.
    Wie in den Tätigkeitsberichten von 2002 bis 2004 dokumentiert, sind manche studentischen Kulturkreise schwieriger zugänglich als andere. Erste positive Ergebnisse konnten IFIKS e.V. und dazu gehörige Tutoren in Zusammenarbeit mit dem RAA, studentischen Kulturvereinen sowie hilfsbereiten Einzelpersonen verzeichnen. Diese Fortschritte sollten gemeinschaftlich weiter vorangetrieben werden: 
  • chinesische Studierende (290 eingeschriebene, größte Gruppe): Die spe¬ziellen Bedürfnisse dieser Gruppe wurden nur in Einzelfällen von den gebo¬tenen Kompo¬nenten gedeckt. Insgesamt lässt die Integration hier viele Wünsche offen. Um dieses Manko zu beheben steht IFIKS e.V. im Dialog mit engagierten chinesi¬schen StudentInnen, um ein Zielgruppen orientiertes Angebot zu schaffen. 
  • türkische Studierende( 138 eigeschriebene, 2.größte Gruppe): Da diese zumeist nicht in Einrichtungen des Studentenwerks wohnen und darüber hinaus als Free Mover nach Marburg kommen, besteht zu dieser Gruppe bislang kaum Zugang. Mit dem Verein „Türkische Studenten und Wissenschaftler e.V.“ konnte ein kompetenter Kooperationspartner für die zukünftige Arbeit mit und für diese Gruppe gefunden werden. 
  • arabische Studierende: IFIKS e.V. und die zugehörigen Tutoren konnten das Vertrauen dieser Gruppe, insbesondere zu Studierenden aus Isreal / Palästina, gewinnen. Weitreichende Mißverständnisse und Fehlplanungen, beispielsweise die fälschliche Einschätzung aller Institutionen inklusive des RAA als eine Art „Ausländerpolizei“ konnten bereits gebrochen werden. Hier besteht noch dringend Handlungsbedarf, um über arabische Mittler bei der Mehrzahl einen problemlosen Start in Marburg zu ermöglichen. Dabei spielt unsere zukünftige Webseite eine ebenso wesentliche Rolle wie die intensive Kooperation mit dem RAA und arabischen Organisationen. 
  • Aufbau einer kooperativen Webseite mit Informationen zu alltäglichen Fragen (Einkauf, Reisen, Hobby…), zu sozialen und kulturellen Angeboten und  wesentlichen FAQs zum Studium in Marburg (u.a. in arabischer Sprache). In diesem Rahmen steht auch eine Kontaktbörse für Tandempartnerschaften verschiedener Art in Zusammenarbeit mit dem RAA.   
  • Kontaktherstellung, u.a. über eine Kontaktmesse zu Marburger Organisationen studentischer und nicht studentischer Natur, z.B. Interkulturelle Bildung e.V., Aktion Kultur e.V., Sportvereine, sozialpolitische Initiativen zugunsten der verbesserten Integration ausländischer Studierender in das städtische Leben. 
  • Austauschprogramme mit anderen inländischen wie ausländischen Projekten zur Betreuung und Integration, z.B. mit dem International Club FSV der Karls – Universität Prag: Gegenseitige Besuche mit Erfahrungsaustausch und Modellvergleich.

 
Sonderprojekte:

  • Cafe Musica: Dieses bereits gut angelaufene Projekt für das gemeinsame Musizieren aller Studierenden soll unter dem Motto „Kulturaustausch über Musik“ weiter ausgebaut werden und andernorts, z.B. in KIKK-Points gastieren.
  • Internationale Fußballmannschaft: Die neu gegründete Mannschaft (aktuell Spieler aus 13 Nationen, stetig wachsend) soll zu Gunsten des Kontakts zwischen ausländischen Studierenden und nichtstudentischen Marburger BürgerInnen erneut an lokalen Turnieren wie der Bunten Liga teilnehmen. Zudem ist eine Teilnahme an internationalen Turnieren studentischer Gruppen favorisiert. (das jährliche Turnier namens B.A.R.T.)
  • Internationale Theatergruppe: Ungezwungene Laienspielgruppe mit Studierenden und nicht Studierenden verschiedenster Herkunft unter Anleitung eines erfahrenen Marburger Bürgers, der in hiesigen Theaterprojekten engagiert ist.

Verantwortlich: Dr. Uwe Grebe - Zuletzt aktualisiert: 4. April 2006