„Kopf braucht Dach“: Kampagne für mehr bezahlbaren Wohnraum

Dienstag, 06. März 2018

Im Studentendorf gehen die Bauarbeiten in die letzte Runde: 80 Wohnheimplätze baut das Studentenwerk Marburg dort in Form des Wohnheims "Hasenherne". Im Sommer wird das neue Haus eröffnet und das ist dringend notwendig, denn inzwischen konkurrieren Wohnungssuchende bis in die Mittelschicht hinein um günstigen Wohnraum – und die Studierenden sind eine der Gruppen. So ist es in Marburg und so ist es in fast allen deutschen Studentenstädten.

„Die deutschen Studentenwerke haben deshalb gemeinsam die Kampagne `Kopf braucht Dach` gestartet, mit der  Bund, Länder und auch Kommunen dazu aufgefordert werden, mehr in Sachen Wohnheimbau für Studierende zu tun, sei es beim Neubau oder der Sanierung bestehender Häuser.  Denn jeder neue Wohnheimplatz für Studierende entlastet die Wohnungsmärkte zugunsten einkommensschwächerer Nachfrager.“, erklärt Studentenwerksgeschäftsführer Dr. Uwe Grebe die Strategie der Studentenwerke. „Ziel der Kampagne ist, durch entsprechende Zuschüsse Mieten für Studierende zu halten, die sich an der BAföG-Wohnpauschale von 250 Euro orientieren. Dazu müssten zwei Milliarden Euro in den Bau von bundesweit 25.000 neuen Wohnheimplätzen investiert werden. Allein in Marburg benötigen wir 500 weitere Wohnheimplätze. 1,3 Milliarden Euro müssen bundesweit in die Sanierung bestehender Gebäude investiert werden - in Marburg müssen aktuell sieben Wohnheime saniert werden.“, so Grebe weiter.

Derzeit leben bundesweit rund 192.000 Studierende in den rund 1.700 Wohnheimen der Studentenwerke; mit einer durchschnittlichen Warmmiete von 241 Euro im Monat ist das Studentenwerks-Wohnheim die für Studierende preisgünstigste Wohnform außerhalb des Elternhauses. In Marburg gibt es zurzeit 1.949 Wohnheimplätze bei rund 26.600 Studierenden. Das bedeutet, rund 7,3% der Studis steht ein Wohnheimplatz zur Verfügung.

Und weil das bei weitem nicht ausreicht und bezahlbarer Wohnraum in Marburg weiterhin benötigt wird, startet das Studentenwerk Marburg aktuell neue Bauaktivitäten an sehr zentraler Stelle, nämlich im Hermann-Jacobsohn-Weg. Das ehemalige Gebäude des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas muss weichen, denn auch hier entsteht ein neues Studentenwohnheim. „Die Bagger sind seit einer  Woche im Einsatz“, erklärt Grebe, „das alte marode Gebäude wird komplett abgerissen damit hier Neues entstehen kann.“ Das im Besitz des Landes Hessen befindliche Grundstück wurde dem Studentenwerk Marburg per Erbbaupacht für eine Dauer von 99 Jahren zur Verfügung gestellt.

 

Kampagnen-Website: www.mein-studentenwohnheim.de

 


Kontakt: Franziska Busch, Studentenwerk Marburg, Öffentlichkeitsarbeit (06421/296-113)